
Viele mittelalterliche Steuerideen nutzen wir heute unter anderem Namen weiter:
- Aus "Ungeld/Akzise" wurde die Umsatzsteuer und Verbrauchssteuer: Damals zahlte man auf Bier und Salz; heute zahlen wir 19 % (oder 7 %) Mehrwertsteuer auf fast jedes Produkt sowie Spezialsteuern auf Tabak, Alkohol und Kraftstoffe.
- Aus dem "Zoll" wurden Zölle: Damals stand an jeder Brücke ein Zöllner. Heute gibt es innerhalb der EU zwar keine Grenzen mehr, aber beim Import aus Ländern außerhalb der EU werden weiterhin Zölle fällig.
- Aus der "Bede" wurde die Vermögen- oder Grundsteuer: Die Besteuerung von Besitz und Immobilien existiert nach wie vor.
Fazit: Die Belastung im Alltag fühlt sich oft ähnlich an, weil der Staat bei fast jeder Transaktion mitschneidet. Der fundamentale Unterschied ist jedoch, dass das Geld heute in ein soziales System für alle zurückfließt, statt den Reichtum einiger weniger Fürsten zu finanzieren.
WIE VIEL PROZENT EIN ARBEITER HEUTE IM VERGLEICH ZU DAMALS ZAHLT?
Ein durchschnittlicher Arbeitnehmer zahlt heute rein prozentual gesehen deutlich mehr direkte Abgaben vom Einkommen als im Mittelalter, erhält dafür jedoch eine Gegenleistung. Während die Gesamtabgabe eines mittelalterlichen Bauern oder Handwerkers selten die 20 bis 30 Prozent überstieg, liegt die Belastung für einen alleinstehenden Durchschnittsverdiener in Ländern wie Deutschland oder Österreich heute bei rund 47 bis 49 Prozent.
Der große Unterschied - Warum die Zahlen täuschen:
Obwohl die reine Prozentzahl heute fast doppelt so hoch ist wie damals, ist die reale Lebenssituation für Arbeiter heute unvergleichlich besser. Das liegt an drei fundamentalen Faktoren:
- Die soziale Gegenleistung: Die größte Säule unserer heutigen Abgaben sind die Sozialversicherungen. Dieses Geld ist kein verlorener Tribut an einen Herrscher. Es finanziert die eigene Rente, die Krankenversorgung bei Unfällen, das Krankengeld und das Arbeitslosengeld. Im Mittelalter bedeutete Arbeitsunfähigkeit oder Alter den sicheren Bettelstab oder den Hungertod.
- Infrastruktur und Lebensstandard: Mit den heutigen Steuern finanziert der Staat Schulen, Universitäten, Straßen, sauberes Trinkwasser, Polizei und Gerichte. Im Mittelalter zahlte man Steuern, damit der Grundherr Krieg führen oder eine neue Burg bauen konnte, während die Brücken im Dorf verrotteten.
- Das verbleibende Einkommen: Ein mittelalterlicher Arbeiter lebte am absoluten Existenzminimum. Wenn er 30 % abgeben musste, fehlte ihm das Essen zum Überleben. Wenn ein heutiger Arbeiter rund 45 % abgibt, reicht das verbleibende Nettoeinkommen in der Regel immer noch für eine feste Wohnung, Nahrung, Heizung, Strom und Freizeit.
IST DIE BÜROARBEIT, DER AUFWAND DAFÜR ZU HOCH
Das sogenannte moderne Steuersystem ist tatsächlich ein bürokratisches Monster von enormer Komplexität. Ob dieses System „gerecht“ ist, ist eine der am hitzigsten debattierten Fragen der modernen Politik und Wirtschaft. Es gibt darauf keine einfache Antwort, sondern zwei grundlegend verschiedene Sichtweisen.
Warum das System als GERECHT gilt
- Das Prinzip der Opfergleichheit
Wer sehr viel verdient, spürt die Steuerzahlungen schmerzloser als jemand, der am Existenzminimum lebt. Die progressive Einkommensteuer sorgt dafür, dass starke Schultern mehr tragen als schwache. - Schutz der Ärmsten
Geringverdiener zahlen gar keine Einkommensteuer und erhalten über das Steuersystem staatliche Zuschüsse (z. B. Wohngeld, Kinderbezüge oder Sozialhilfe). - Leistungsgerechtigkeit durch Abziehbarkeit
Das System versucht, individuelle Lebensumstände zu berücksichtigen. Wer hohe Kosten für den Arbeitsweg hat, Kinder großzieht oder durch Krankheiten belastet ist, kann dies von der Steuer absetzen und zahlt weniger.

Warum das System als UNGERECHT gilt
- Die "Bürokratie-Falle"
Das System ist so kompliziert, dass oft nur derjenige Steuern spart, der Geld für einen Steuerberater hat. Wohlhabende Menschen und Großkonzerne nutzen legale Schlupflöcher und "Steueroasen", um ihre Abgabenlast massiv zu senken. Der normale Angestellte, dessen Steuer direkt vom Gehalt abgezogen wird, kann das nicht. - Ungleiche Besteuerung von Arbeit und Kapital
In vielen Ländern wird hart erarbeitetes Einkommen (Lohnsteuer) prozentual deutlich höher besteuert als Einkommen aus Vermögen (z. B. Aktiengewinne oder Erbschaften). Viele Kritiker sagen: Das System bevorzugt Reiche und bestraft Fleißige. - Die Last der indirekten Steuern
Die Mehrwertsteuer (Umsatzsteuer) ist für alle gleich hoch (zum Beispiel 19 oder 20 Prozent). Da ärmere Menschen fast ihr gesamtes Einkommen sofort für Konsum, Lebensmittel und Energie ausgeben müssen, trifft sie diese Steuer prozentual gesehen viel härter als Millionäre, die den Großteil ihres Geldes sparen.
Fazit
Der enorme Aufwand bei der Berechnung entsteht ironischerweise durch den Versuch, maximal gerecht zu sein. Weil man jeden Einzelfall fair bewerten will (Pendlerpauschale, Handwerkerrechnungen, Kinderfreibeträge), wurden die Gesetze über Jahrzehnte immer komplizierter.
Das Ergebnis ist ein System, das zwar theoretisch fairer ist als die Willkür im Mittelalter, in der Praxis aber durch seine Undurchschaubarkeit neue Ungerechtigkeiten schafft.
WAS KOSTET ES DEN STAAT, GIBT ES DAZU ZAHLEN (ÖSTERREICH, DEUTSCHLAND)
Ja, dazu gibt es präzise Statistiken. Die Verwaltung, Berechnung und Eintreibung von Steuern erfordert in modernen Staaten einen gigantischen bürokratischen Apparat. Deutschland und Österreich setzen dafür zehntausende Beschäftigte ein und investieren jährlich Milliardenbeträge, um das System am Laufen zu halten.
1. Das Personal: Wie viele Beamte und Angestellte rechnen?
Das Steuerwesen ist personalintensiv, da trotz Digitalisierung (wie Elster oder FinanzOnline) Millionen von Steuererklärungen, Prüfungen und Einsprüchen bearbeitet werden müssen.
- In Deutschland: In der gesamten Finanzverwaltung arbeiten rund 197.800 Menschen. Davon entfallen etwa 167.000 Beschäftigte (Beamte und Angestellte) direkt auf die Landesfinanzbehörden (die klassischen Finanzämter) und die Zollverwaltung. Der Zoll übernimmt in Deutschland unter anderem die Eintreibung von Verbrauchsteuern und der Kfz-Steuer.
- In Österreich: Die gesamte österreichische Finanzverwaltung beschäftigt rund 11.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Davon arbeiten etwa 6.100 Personen direkt im Finanzamt Österreich, verteilt auf 67 Standorte im ganzen Bundesgebiet. Der Rest verteilt sich auf das Zollamt Österreich, das Amt für Betrugsbekämpfung und den Prüfdienst für Lohnabgaben.
2. Die Geldmittel: Was kostet die Steuerbürokratie?
Die Kosten für die Finanzministerien, die IT-Infrastruktur, die Gebäude und das Personal werden aus den jeweiligen Bundeshaushalten finanziert.
- In Deutschland: Das Budget für das Bundesministerium der Finanzen (BMF) und seine nachgeordneten Behörden liegt im Bundeshaushalt bei rund 10,82 Milliarden Euro. Darin enthalten sind die riesigen Kosten für die Digitalisierung der Steuerverwaltung und die Verwaltung des Zolls. Hinzu kommen noch erhebliche Budgets der einzelnen Bundesländer, da die Steuerverwaltung in Deutschland vor allem Ländersache ist.
- In Österreich: Die Kosten für den gesamten Betrieb des Ressorts (Unterzeichnungsbereich Finanzen/Steuer/Zoll) bewegen sich jährlich im Bereich von knapp 1 Milliarde Euro (Personalkosten, Rechenzentren, Standorte und Betrugsbekämpfung).
Ist dieser Aufwand im Verhältnis "gerecht" oder effizient?
Aus wirtschaftlicher Sicht misst man die Effizienz eines Steuersystems an den sogenannten Steuererhebungskosten. Diese besagen, wie viel Cent der Staat ausgeben muss, um 100 Euro an Steuern einzunehmen.
In Deutschland und Österreich liegt dieser Wert meist bei etwa 0,70 bis 1,50 Euro pro 100 Euro Einnahmen. Das bedeutet: Das System ist trotz seiner enormen Komplexität und der vielen Beamten unterm Strich hocheffizient. Der Staat gibt nur einen sehr kleinen Bruchteil dessen aus, was er am Ende an Steuergeldern einnimmt. Die immense Bürokratie "lohnt" sich für den Staat also finanziell.
Wirtschaftlich pauschal gerechnet: Eine Steigerung des Gewinns oder der Marge von 2 auf 100 Euro entspricht einem absoluten Zuwachs von 98 Euro. Das bedeutet eine Steigerung um den Faktor 50 oder ausgedrückt in Prozent um 4.900 Prozent.
DAS SIND DOCH NUR FINANZAMT-ZAHLEN?
Das ist ein absolut zentraler und richtiger Einwand! Du legst hier den Finger genau in die größte Wunde des heutigen Steuersystems.
Die zuvor genannten Zahlen und Beamten decken tatsächlich nur die staatliche Seite (die Finanzämter) ab. Die Umsatzsteuer (Mehrwertsteuer), die Lohnsteuer, die Kapitalertragsteuer (Quellensteuer) und viele andere Steuern funktionieren heute nach dem Prinzip: Der Staat wälzt die Arbeit auf die Unternehmen und Bürger ab.
Die Kosten und der Aufwand teilen sich daher in zwei völlig unterschiedliche Bereiche:
1. Das verdeckte Steuersystem: Unternehmen als unbezahlte Finanzämter
In den genannten 167.000 deutschen oder 6.100 österreichischen Finanzbeamten sind die Millionen Menschen in der Privatwirtschaft nicht mitgerechnet. Jedes Mal, wenn du im Supermarkt einkaufst, zieht das Unternehmen die Umsatzsteuer für den Staat ein. Jedes Mal, wenn eine Firma Gehalt auszahlt, berechnet die Personalabteilung die Lohnsteuer und führt sie ab. Aktuelle wirtschaftswissenschaftliche Studien zeigen hierzu ein erschreckendes Verhältnis:
- Nur etwa 10 % der gesamten Verwaltungskosten des Steuersystems entstehen beim Staat (für Finanzämter, IT und Beamte).
- Satte 90 % des bürokratischen Aufwands (Kosten und Arbeitszeit) tragen die Steuerzahler – also Unternehmen, Selbstständige und Bürger.
2. Was kostet dieser "private" Aufwand?
Weil Firmen jede Quittung prüfen, Umsatzsteuervoranmeldungen machen und Quellensteuern abführen müssen, ist eine riesige, teure "Schattenbürokratie" entstanden:
- Heere von Experten: In Deutschland arbeiten über 100.000 selbstständige Steuerberater (plus deren Angestellte). In Österreich sind es rund 12.000 Steuerberater und Wirtschaftsprüfer. Sie alle leben ausschließlich davon, das komplizierte System für die Wirtschaft zu managen.
- Milliardenkosten für Firmen: Schätzungen gehen davon aus, dass die sogenannte Tax Compliance (die Einhaltung aller Steuerregeln) die deutsche Wirtschaft jährlich über 30 Milliarden Euro und die österreichische Wirtschaft mehrere Milliarden Euro kostet. Das ist Geld, das Firmen für Buchhalter, teure Steuersoftware und Berater ausgeben müssen, anstatt es in Löhne oder Innovationen zu investieren.

Fazit zur "Gerechtigkeit"
Wenn man diesen privaten Aufwand einrechnet, wankt das Argument der Gerechtigkeit massiv. Das System ist zwar mathematisch präzise, aber der Preis dafür ist eine enorme volkswirtschaftliche Verschwendung von Lebenszeit, Gesundheit und auch Ressourcen.
Also wird im Grunde genommen die reale Arbeit und Schöpfungskraft der Menschen somit eine große Hürde, oder viele kleine Hürden in den Weg gelegt und schadet der österreichischen Regierung (Politik) auf lange Zeit. Die Wählerzahlen sinken seit Jahren!
Ein Kleinunternehmer verbringt heute oft mehrere Tage im Monat nur mit der Steuer-Bürokratie, anderen Auflagen, Gebühren und Verordnungen - welche hier nicht mal erwähnt werden.
Doch wir schauen optimistisch in die Zukunft, entweder wird einfach und pauschal gerechnet oder wir wählen eine andere Politik. Die künstliche Intelligenz wird das nicht verbessern, sondern uns noch mehr in eine unkontrollierbare Abhängigkeit bringen. Humane Konzepte sind schon vorhanden oder ist eine Aufgabe, diese müssen nur noch zusammen getragen werden und an den Wähler gebracht werden. Lichtblick Heimat Utopia!
Das sind nur einige Fragen und Antworten zu diesem Thema und bietet eigentlich keine wesentliche Perspektive. Wie Steuern überhaupt entstanden sind, ist ein anderes Thema, welches sicher auch noch interessant wäre.
Doch das gesamte derzeitige System scheint ein wenig altbacken, und ob es wirklich modernisiert und humanisiert werden kann ist fraglich. Oder gibt es eine ganz einfach Lösung damit wir nicht in der Moderne sitzen bleiben!
Wie die Einnahmen, die Steuergelder und Abgaben des Volkes eingesetzt werden ist auch ein hochkomplexes propaganda System der zweiten Republik, welches sich durch die Jahre unaufhörlich aufgedunsen hat. Man behauptet zwar, das man dadurch Lobbing vermeiden möchte aber glaube das diese trotzdem enormen Einfluss haben.






